Omega-3 aus Algen: Warum die Zukunft direkt an der Quelle beginnt

Omega-3 aus Algen: Warum die Zukunft direkt an der Quelle beginnt

Omega-3-Fettsäuren gehören zu den wichtigsten Nährstoffen für unsere Gesundheit. Sie unterstützen die normale Herzfunktion, tragen zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion bei und spielen eine wichtige Rolle für die Sehkraft. Dennoch nehmen weltweit Millionen Menschen nicht ausreichend Omega-3-Fettsäuren auf. 

Wenn von Omega-3 die Rede ist, denken die meisten Menschen automatisch an Fisch. Lachs, Makrele oder Hering gelten seit Jahrzehnten als die klassischen Lieferanten der wertvollen Fettsäuren EPA und DHA. Doch die moderne Forschung zeigt ein überraschendes Bild: 

Fische produzieren Omega-3 gar nicht selbst. Die eigentlichen Produzenten sitzen am Anfang der marinen Nahrungskette – winzige Mikroalgen. 

Der große Irrtum: Fisch ist nicht die ursprüngliche Omega-3-Quelle 

Die wertvollen Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) entstehen ursprünglich in Mikroalgen und Phytoplankton. Kleine Meeresorganismen ernähren sich von diesen Algen, größere Fische fressen wiederum diese Organismen – und so gelangen EPA und DHA schließlich in Fischgewebe. 

Vereinfacht gesagt: 

Fisch ist ein Omega-3-Lieferant, aber nicht der ursprüngliche Produzent. Die eigentliche Quelle liegt deutlich weiter unten in der Nahrungskette. 

Dank moderner Biotechnologie ist es heute möglich, EPA und DHA direkt aus Mikroalgen zu gewinnen – ohne den Umweg über Fisch. 

 

 

Warum Omega-3 so wichtig ist 

Omega-3-Fettsäuren gehören zu den essenziellen Fettsäuren. Das bedeutet, dass unser Körper sie nicht selbst in ausreichender Menge herstellen kann und wir sie über die Ernährung aufnehmen müssen. 

Besonders wichtig sind die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. 

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bestätigt unter anderem: 

  • EPA und DHA tragen zu einer normalen Herzfunktion bei. 

  • DHA trägt zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion bei. 

  • DHA trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei. 

  • DHA spielt während Schwangerschaft und Stillzeit eine wichtige Rolle für die Entwicklung von Gehirn und Augen des Kindes. 

Omega-3 zählt heute zu den am intensivsten erforschten Nährstoffen weltweit. Nach Angaben von dsm-firmenich beschäftigen sich inzwischen mehr als 40.000 wissenschaftliche Veröffentlichungen und über 4.000 Humanstudien mit den Wirkungen von Omega-3-Fettsäuren. 

Wie wird Omega-3 aus Algen gewonnen? 

Viele Menschen stellen sich bei Algenöl riesige Algenfarmen im Meer vor. Tatsächlich sieht die moderne Herstellung meist ganz anders aus. 

Schritt 1: Auswahl geeigneter Mikroalgen 

Wissenschaftler haben über Jahrzehnte verschiedene Mikroalgenarten untersucht, um besonders omega-3-reiche Stämme zu identifizieren. 

Einige Mikroalgen können große Mengen EPA und DHA speichern und eignen sich daher hervorragend für die industrielle Produktion hochwertiger Omega-3-Öle. 

Schritt 2: Kultivierung in Fermentern 

Die meisten modernen Omega-3-Algen werden heute in geschlossenen Fermentationsanlagen kultiviert. 

Diese Anlagen erinnern eher an moderne Brauereien als an klassische Landwirtschaft. In großen Edelstahltanks erhalten die Mikroalgen optimale Wachstumsbedingungen: 

  • gereinigtes Wasser 

  • Sauerstoff 

  • pflanzliche Nährstoffe 

  • kontrollierte Temperaturen 

  • optimale Wachstumsbedingungen 

dsm-firmenich beschreibt seine Algenöle als vollständig aus natürlich vorkommenden, nicht gentechnisch veränderten Algen fermentiert. Die Produktion erfolgt in kontrollierten Innenanlagen, wodurch Qualität und Reinheit konstant gehalten werden können. 

Schritt 3: Ernte und Ölgewinnung 

Nach der Wachstumsphase werden die Mikroalgen geerntet und das enthaltene Öl schonend extrahiert. 

Das Ergebnis ist ein hochreines Algenöl mit natürlichem EPA und DHA. Moderne Verfahren ermöglichen es mittlerweile sogar, dieselben Omega-3-Fettsäuren bereitzustellen, die traditionell aus Fischöl gewonnen werden. 

 

Gibt es Algenplantagen? 

Ja und nein. Grundsätzlich existieren zwei Produktionsmethoden: 

Offene Systeme 

Hier wachsen Algen in großen Becken unter freiem Himmel. Diese Methode ist kostengünstig, jedoch anfälliger für Verunreinigungen und Wettereinflüsse. 

Geschlossene Systeme 

Bei hochwertigen Nahrungsergänzungsmitteln dominieren heute geschlossene Fermentationssysteme. 

Diese ermöglichen: 

  • vollständige Qualitätskontrolle 

  • gleichbleibende Reinheit 

  • hohe Produktsicherheit 

  • zuverlässige Produktion unabhängig von Jahreszeiten 

Gerade bei hochwertigen Omega-3-Produkten gelten geschlossene Systeme heute als Standard. 

Nachhaltigkeit: Warum Algen immer wichtiger werden 

Die weltweite Nachfrage nach Omega-3 steigt kontinuierlich. Gleichzeitig stehen marine Ökosysteme zunehmend unter Druck. Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gelten mittlerweile rund 35,5 Prozent der bewerteten Fischbestände als überfischt. Die verbleibenden Bestände werden vielerorts bereits an der Grenze ihrer nachhaltigen Nutzung bewirtschaftet. 

Dabei geht es nicht darum, Fisch grundsätzlich schlechtzureden. Viele Fischereien arbeiten verantwortungsvoll und nachhaltig. 

Dennoch stellt sich eine wichtige Frage: 

Wie kann eine wachsende Weltbevölkerung langfristig mit ausreichend EPA und DHA versorgt werden? 

Genau hier bieten Mikroalgen einen entscheidenden Vorteil. 

Da EPA und DHA direkt aus ihrer ursprünglichen Quelle gewonnen werden können, entfällt der Umweg über die Nahrungskette. Die Produktion erfolgt kontrolliert und unabhängig von natürlichen Fischbeständen. 

 

Die NASA und die Entdeckung des Potenzials von Mikroalgen 

Wenige Menschen wissen, dass die moderne Algenöl-Forschung ihre Wurzeln teilweise in der Raumfahrt hat. 

Bereits in den frühen 1980er-Jahren untersuchten Forscher Mikroalgen als mögliche Quelle wertvoller Nährstoffe. Aus dieser Forschung entstand später die Grundlage für die Entwicklung der ersten kommerziell erfolgreichen Algenöle. 

dsm-firmenich verweist heute auf diese Forschungsarbeit als Ursprung seiner life'sDHA®- und life'sOMEGA®-Technologien. Mehr als 250 Millionen Babys weltweit erhielten im Laufe der vergangenen Jahrzehnte Säuglingsnahrung mit DHA aus Algen. 

Algenöl liefert dieselben Omega-3-Fettsäuren wie Fischöl 

Ein häufiger Irrtum besteht darin anzunehmen, dass Algenöl eine andere Form von Omega-3 enthält. 

Tatsächlich liefert hochwertiges Algenöl dieselben biologisch aktiven Fettsäuren EPA und DHA, die auch in Fischöl vorkommen. 

Für den menschlichen Körper spielt es keine Rolle, ob diese Fettsäuren ursprünglich aus Fisch oder direkt aus Mikroalgen stammen. Entscheidend ist die Aufnahme von EPA und DHA selbst. 

Ein Blick in die Zukunft 

Die Weltbevölkerung wächst, während natürliche Ressourcen begrenzt bleiben. 

Mikroalgen bieten die Möglichkeit, Omega-3-Fettsäuren direkt an ihrer ursprünglichen Quelle zu gewinnen – kontrolliert, skalierbar und unabhängig von Fischbeständen. 

Deshalb betrachten viele Wissenschaftler und Unternehmen Algen nicht mehr nur als Alternative zu Fischöl, sondern als einen wichtigen Baustein für die zukünftige Versorgung mit EPA und DHA. 

 

Fazit 

Lange Zeit führte der Weg zu Omega-3 fast ausschließlich über Fisch. Heute wissen wir, dass die eigentlichen Produzenten dieser wertvollen Fettsäuren Mikroalgen sind. 

Moderne Fermentationstechnologien ermöglichen es, EPA und DHA direkt an ihrer Quelle zu gewinnen. Dadurch entsteht eine nachhaltige, pflanzliche und wissenschaftlich fundierte Alternative, die denselben wertvollen Nährstoff liefert – ohne den Umweg über die Nahrungskette. 

Algenöl ist deshalb weit mehr als nur ein Ersatz für Fischöl. Es ist der direkte Weg zum Ursprung von Omega-3. 

 

Quellen 

Wissenschaftliche Quellen 

  1. FAO – The State of World Marine Fishery Resources (Überfischung und Fischbestände)  

  1. Schuchardt et al. (2024): Global Omega-3 Status Assessment. (auch in der dsm-firmenich Präsentation referenziert)  

  1. WHO/FAO Expert Consultation on Fats and Fatty Acids in Human Nutrition.  

  1. EFSA Journal – Scientific Opinions on EPA and DHA.  

Hersteller- und Hintergrundquellen 

  1. dsm-firmenich  life’s®OMEGA Produkt- und Technologieinformationen.  

  1. dsm-firmenich Präsentation „Omega-3 Fatty Acids“.  

  1. Nutraceuticals World: life’sOMEGA und geschlossene Fermentationstechnologie.  

Grundlagen zur Herkunft von EPA und DHA 

  1. Omega-3 Fatty Acid Overview – Algen als Primärquelle von EPA und DHA. 

 

Previous Next
Leave a comment 0 comments

Please note, comments need to be approved before they are published.